Dress for Freedom - Gala gegen Menschenhandel

Seit mehreren Jahren findet im Dezember eine Spendekampagne gegen Menschenhandel statt - Dressember. Es geht darum durch das Tragen von Kleidern ein Statement für Freiheit zu setzen, auf die Thematik aufmerksam zu machen und Spenden zu sammeln. In diesem Rahmen fand am 2. Dezember 2017 die Gala Dress for Freedom in Halle statt.

Dass heute über 40 Millionen Menschen durch Sklaverei und Menschenhandel ausgebeutet werden, konnten wir nicht als bloße Zahl im Raum stehen lassen. Dass es manchmal einfacher ist als gedacht, einen ersten Schritt dagegen zu unternehmen, hätten wir trotzdem selbst nicht für möglich gehalten.


Aber mal zum Anfang. Weil Menschenhandel vielleicht ein für uns unbequemes, aber definitiv nicht mehr übersehbares Problem ist, haben sich einige Mädels schon zum wiederholten Mal der „Dressember-Kampagne“ angeschlossen. Ziel davon ist es, den ganzen Dezember über Kleider (oder als Mann eine Fliege) zu tragen und damit bewusst mit anderen ins Gespräch kommen, um ein größeres Bewusstsein für die aktuelle Thematik der Sklaverei zu schaffen und gleichzeitig zusammen mit zahlreichen Frauen und Männern weltweit Spenden zu sammeln, die Organisationen zu Gute kommen, die sich aktiv gegen Menschenhandel einsetzen.
„Durch die Frau, die es trägt, kann ein Kleid die Welt verändern“ ist das Motto, unter dem die Dressember-Kampagne steht. Es ist auch uns zum Motto geworden, als wir in kleinem privaten Kreis anfingen, eine Gala zu planen, die ein unvergesslicher Abend werden, über Menschenhandel aufklären und gleichzeitig Spenden für Organisationen wie IJM und A21, sowie das in Halle lokale Flüchtlingsfrauenhaus einbringen sollte.
Und das in weniger als zwei Monaten.
Vielleicht haben wir uns selbst nicht erlaubt, wirklich groß zu träumen, aber das Endergebnis hat letztendlich wirklich alle Erwartungen gesprengt.

Samstag, 02. Dezember 2017.

Der Gottesdienstraum der Evangeliums-Gemeinde ist kaum wiedererkennbar: In der Mitte ein Laufsteg samt rotem Teppich, der von liebevoll dekorierten Tischen und in weißen Hussen verpackten Stühlen umgeben ist. Direkt am Eingang zu Linken eine sehr eindrückliche Bildergalerie von „a voice for the voiceless“, die Geschichten von Menschen erzählt, die selbst in dieser Welt sonst vielleicht keine Stimme hätten. Zur Rechten ein Tisch mit einer Auswahl an Infomaterial zum Thema. Am hinteren Ende des Raumes ein Sektempfang, der sich später noch in ein üppiges Buffet verwandelt. Gegenüber des Eingangs ein ansehnlich ausgestatteter Flohmarkt voller Second-Hand- und Fairtrade-Kleidung. Im Hintergrund spielt leise Klaviermusik.
„Was ist Menschenhandel überhaupt und was hat das mit mir zu tun?“. Diese und weitere Fragen werden im einleitenden Infoteil der Gala nicht nur in den Raum geworfen oder beantwortet, sondern sie sollen vor allem zum weiteren Nachdenken anregen. Durch Videos und persönliche Erlebnisse werden die Dressember-Kampagne, International Justice Mission (IJM), A21 und das Flüchtlingsfrauenhaus in Halle vorgestellt.
Passend zur Gala liegt der Schwerpunkt auch hier auf Kleidung, denn gerade im Bereich des Kleider-Konsums kann jeder von uns immer wieder bewusst die Entscheidung treffen, sich für Freiheit zu kleiden. „I dress for freedom!“, ist demnach nicht nur der Spruch auf dem Sticker, den alle Anwesenden bekommen, sondern eine ständige Erinnerung daran, dass unsere Entscheidungen einen Unterschied machen.
Nach dem Essen wird der Raum plötzlich komplett dunkel. Aus dem off erklingt eine Stimme. Erzählt die Geschichte einer Frau, die durch Armut und die falschen Versprechen von Menschenhändlern in die Prostitution getrieben wird. Doch es besteht Hoffnung. „I‘m no victim“, ein Lied mit der Aussage, dass Gott größer ist als alles was uns begegnet, holt die Gäste wieder ab, lässt neuen Mut aufkommen, das es möglich ist, etwas zu verändern.
Die Stimmung verändert sich, aus dem Nebel treten Models auf den Laufsteg und der Spendenteil der Gala beginnt. Insgesamt 16 Outfits und eine „Wundertüte“ werden versteigert. Mit Freude und viel Augenzwinkern treiben nicht nur die beiden Moderatoren die Preise in die Höhe – der Raum ist gefüllt von der Bereitschaft, der Ungerechtigkeit von Sklaverei entgegen zu treten. Über 1600€ kommen letztlich allein durch die Auktion zusammen.


Insgesamt kommen bei der Gala durch die Auktion, den Kleiderflohmarkt und weiteren Spenden 2500€ zusammen, die der Dressember-Kampagne, IJM Deutschland, A21 England und dem Flüchtlingsfrauenhaus in Halle zugutekommen.


Ein riesen Dankeschön an alle Beteiligten – ohne euch wäre das nicht möglich gewesen!

Bilder by Helge Eisenberg